Bettina Schuler
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Brigitte Balance   Veröffentlichungen > Texte  
   

Brigitte Balance



Erschienen in Brigitte Balance 01/2013
Kategorie: Balance-Akt-Liebe 3
Interview mit Lars Eidinger


Brigitte Balance: Lars Eidinger, können Sie sich an Ihre erste große Liebe erinnern?

Lars Eidinger: Ja, für mich war das die erste unerfüllte Liebe, und die kam bei mir recht spät, mit einundzwanzig Jahren.

Was ist passiert?
Die Frau hat nicht genauso empfunden wie ich, was ich damals überhaupt nicht nachvollziehen konnte, wo mir doch so klar war, dass wir zusammen gehören. Ich weiß noch genau, wie sehr ich gelitten habe, wenn sie sich Tage lang nicht gemeldet hat. Interessanterweise  war von diesem Gefühl rein gar nichts mehr übrig, als ich ihr kürzlich durch Zufall wieder über den Weg gelaufen bin. Und das, obwohl sich die Erinnerung an diese Zeit wie eine Narbe in meinem Gedächtnis eingebrannt hat und für mich dieser erste Liebeskummer  absolut prägend war.

Warum war Ihr erster Liebeskummer der schlimmste?
Weil es der erste harte Schlag für mein Ego war. Daran hatte ich natürlich eine Weile zu knabbern. Das Gegenüber spielt dabei nur eine untergeordnete Rolle. Es geht vielmehr um einen Selbst und die Tatsache, dass man von einem anderen Menschen abgelehnt wird.  

Mittlerweile sind Sie seit mehr als 13 Jahren mit Ihrer Frau Ulrike, eine Opernsängerin, zusammen. Was ist das Besondere an Ihrer Beziehung?
Für mich ist es unglaublich, dass ich mit meiner Frau einen Menschen gefunden habe, zu dem ich eine ebenso enge Verbindung wie zu meiner Familie habe. Denn egal, ob man sich gut oder schlecht mit seinen Eltern versteht, die Beziehung zur Familie ist immer stärker als alles andere.  

Aber wo bleibt dabei das berühmte Kribbeln?
Schmetterlinge im Bauch sind doch völlig überbewertet. Ich wundere mich immer, wenn Paare sich trennen, weil ihnen die Beziehung zu geschwisterlich geworden ist. Nur weil das Kribbeln weg ist, heißt das noch lange nicht, dass die Beziehung  an Bedeutung oder Reiz verloren hat. Im Gegenteil: Sich des Anderen sicher zu sein, ist für mich ein wahnsinnig schönes Gefühl, das mir eine unglaubliche Geborgenheit gibt.

Ist dieses Sicherheitsgefühl denn nicht gefährlich? Man gibt sich doch dann in der Beziehung keine Mühe mehr.
Ich würde mich nie an eine Beziehung klammern, nur um diese Sicherheit beizubehalten. Für mich ist es wichtig, dass man sich immer wieder bewusst für oder gegen eine Beziehung entscheidet. In diesem Punkt halte ich es bei der Liebe genau so wie mit dem Leben, das für mich erst dadurch lebenswert wird, dass man die Freiheit hat, es jederzeit zu beenden.  

Wie Haben Sie Ihre Frau eigentlich kennengelernt?
In einer  Jazzbar, dem »Jubinal«, die es vor Jahren in Berlin-Mitte gab, und in der ich und meine jetzige Frau Stammgäste waren. An einem Abend saßen wir dort ganz zufällig zusammen an einem Tisch, wir haben uns länger unterhalten und ich habe sie ins Deutsche  Theater eingeladen, wo ich zu der Zeit den Diomedes in »Penthesilea« gespielt habe. Aber sie kam und kam nicht zur Vorstellung. Ich hatte es bereits aufgegeben, doch dann gab es diesen magischen Moment, kurz bevor die Scheinwerfer angingen: Ich warf einen  Blick in den Zuschauerraum und schaute ihr dabei direkt in die Augen. Wir beide haben dann ganz schnell wieder weg geschaut, weil es uns so unangenehm war. Wenn wir heute an der Ecke vorbeigehen, wo einst das »Jubinal« war, geben wir uns immer einen Kuss.




Erschienen in Brigitte Balance 03/2012
Kategorie: Balance-Akt-Liebe 3
Interview mit Joko und Klaas


Brigitte Balance: Joko, im Fernsehen bist du für das Segment Jugend zuständig. Dabei lebst du privat sehr bodenständig, bist seit sieben Jahren mit deiner Freundin Lisa zusammen und Vater einer zweijährigen Tochter. Wie hat sich deine Beziehung durch die Geburt deiner Tochter verändert?

Joko: Eigentlich nur zum Positiven. Klar, hat man weniger Zeit füreinander, aber das Miteinander ist einfach noch stärker geworden.

Inwiefern?
Die kleine ist wie ein Bindeglied, das mich und meine Freundin noch enger miteinander verknüpft. Außerdem gehen einem die Themen nie aus, weil die Kleine ja immer irgendetwas anstellt. (lacht)

Also kein unangenehmes Schweigen am Telefon mehr...
Okay, das war jetzt ein blödes Beispiel.

Und du Klaas, hast du mit deiner Freundin auch schon mal über ein Kind nachgedacht?
Dafür bräuchte ich erstmal eine Freundin.

Stimmt.
In meiner momentanen Lebenssituation wüsste ich ehrlich gesagt auch gar nicht, wie ich das mit einer Familie hinbekommen soll. Keine Ahnung, wie Joko das so gut managt.

Aber prinzipiell kannst du dir Kinder schon vorstellen?
Ich war noch nie der Typ Mann, der sofort das Weite sucht, wenn eine Frau mit dem Thema Kinder anfängt.
Aber das ganze Drumherum muss natürlich auch stimmen.

Wie schwierig ist es, eine Beziehung zu führen bzw. jemanden kennenzulernen, wenn man so viel arbeitet wie ihr?

Klaas: Jemanden kennenzulernen ist weniger das Problem...(lacht)

Aber die Richtige zu finden?
Schon eher.
Joko: Meine Beziehung ist nicht das Problem. Aber von meiner Tochter werde ich dadurch natürlich ganz klar als die zweite Person im Haus wahrgenommen. Und wenn sie beim Insbettbringen mal wieder nach Mama schreit, wünsche ich mir manchmal schon einen klassischen nine to five Job, bei dem ich pünktlich zum Abendessen nach Hause komme, damit meine Tochter nicht das Gefühl hat, da kommt wieder dieser Mann, der mich ins Bett bringen will.

Ist Heiraten ein Thema? Oder zu spießig?
Joko: Ich weiß auch ohne Ehering, dass ich meine Freundin über alles liebe. Die Tatsache, dass wir ein Kind zusammen haben und uns ein zweites vorstellen können, sagt für mich mehr aus als jedes Ehegelöbnis.
Bei ihrer bayerischen Familie führt das führte das anfangs jedoch schon zu Irritationen. Wie? Ihr bekommt ein Kind und wollt nicht heiraten? Was ist denn da los?
Klaas: Ich dürfte die Kirche wahrscheinlich erst gar nicht betreten, weil ich nicht getauft bin.

Bliebe noch das Standesamt.
Klaas: Dann kann ich auch gleich einen Personalausweis beantragen. Das finde ich genauso romantisch. Nein, eine Hochzeit ist für mich nicht die Piemontkirsche auf der Beziehung. Ich habe eine andere Vorstellung von gemeinsamen Höhepunkten im Leben.

Aber den Glauben an die eine große Liebe, den gibt es schon?
Joko: Die romantische Vorstellungen mit einer Frau das ganze Leben zu verbringen existiert defintiv.
Klaas: Selbstverständlich. Und dann geht's auf Hochzeitsreise nach Las Vegas und wir fahren nur mit Liebe bekleidet in einer Gondel durch den mit Chlorwasser gefüllten Canale Grande im Hotelcasino Venecian. Man muss sich seine Träume bewahren.


Joachim Winterscheidt (33) und Klaas Heufer-Umlauf (29) moderierten von 2009 bis 2011 gemeinsam die Sendung "MTV Home". Nach deren Einstellung übernahmen sie 2011 mit "neoParadise" beim ZDFneo eine wöchentliche Late-Night-Show deren Konzept im Wesentlichen auf "MTV Home" basiert.